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16.02.2017

Bio boomt

Bundesernährungsminister Christian Schmidt will Deutschlands Landwirte motivieren, die ökologisch bewirtschafteten Anbauflächen in Deutschland mittelfristig zu verdreifachen, sagte er bei der Eröffnung der Weltleitmesse für Bioprodukte "Biofach" gestern (15.2.) in Nürnberg.

Nürnberg (obx) - Bio-Lebensmittel im Wert von rund 75 Milliarden Euro kaufen Verbraucher rund um den Globus jedes Jahr, Tendenz stark steigend. Wichtigste Plattform für die boomende Branche ist Bayern: Die "Biofach", die noch bis Samstag auf dem Nürnberger Messegelände stattfindet, ist heute die weltweit bedeutendste Drehscheibe für neue Trends und Entwicklungen im Bereich der Naturkost. 2.800 Aussteller aus rund 90 Nationen präsentieren dort auf einer Fläche von knapp 50.000 Quadratmetern rund 100.000 Produkte. Deutsche Erzeuger stehen in diesem Jahr besonders im Fokus - und vor allem die Frage, wie diese künftig den heimischen "Biohunger" decken können.

Rund 9,5 Milliarden Euro haben die Deutschen 2016 für Biolebensmittel und Getränke ausgegeben. Das sind rund zehn Prozent mehr als im Jahr vorher. Rund 41 Prozent der Bundesbürger greifen laut einer neuen Studie zur Bio-Alternative, wo immer dies möglich ist. Deutschlands Bauern haben darauf reagiert:  Mittlerweile setzt nach Angaben des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) beinahe jeder zehnte deutsche Landwirt auf den Anbau und die Aufzucht ohne Chemie.

"2016 entschieden sich jeden Tag etwa fünf Landwirte dafür, auf Bio umzustellen", sagte BÖLW-Vorsitzender Felix zu Löwenstein zum Auftakt der Biofach 2017. Und dennoch hält die Erzeugung mit der Nachfrage nicht Schritt: Es gebe in vielen Bereichen heute einen "hohen Importanteil", sagte Bundesernährungsminister Christian Schmidt. Er wolle sich dafür einsetzen, dass das Potenzial des heimischen Marktes stärker von regionalen Landwirten ausgeschöpft werden könne. Erhebungen von Marktforschern haben gezeigt, dass Kunden und Handel beispielsweise bei Kartoffeln und Karotten Bioware aus Deutschland bevorzugen.

Derzeit werden rund 6,5 Prozent der deutschen Ackerflächen ökologisch bewirtschaftet. "Mittelfristig" soll dieser Wert nach Vorstellungen des Bundesernährungsministers auf 20 Prozent steigen. Auf eine genaue Jahreszahl wollte sich Schmidt nicht festlegen. Der BÖLW will dieses Ziel bis 2027 erreichen. Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner meldete sich im Vorfeld der Messe ebenfalls zu Wort: Er will die Öko-Produktion im Freistaat bis zum Jahr 2020 verdoppeln.

Um Landwirte zur Umstellung zu motivieren, will die deutsche Politik sie unter anderem stärker unterstützen und sich für Planungssicherheit auf europäischer Ebene einsetzen. Auch will er die Gastronomie stärker für Bio-Lebensmittel sensibilisieren, sagte Schmidt bei der Biofach-Eröffnung. Deutschland gilt bereits heute nach den Vereinigten Staaten weltweit als zweitgrößer Markt für Bio-Lebensmittel: Rund 800 der 2.800 Biofach-Aussteller kommen aus Deutschland. Mit 189 Ausstellern führt Bayern das Bundesländer-Ranking vor Baden-Württemberg (118) und Nordrhein-Westfalen(90) an, sagte der CEO der NürnbergMesse, Peter Ottmann. Die NürnbergMesse verfügt heute nach seinen Worten über eine besondere Kompetenz im Themenfeld Bio-Lebensmittel. Die Weltleitmesse "Biofach" exportieren die Franken heute nach Nord- und Südamerika, Indien, China und Japan.

Neben Erlebniswelten unter anderem zu Bio-Olivenöl, Bio-Wein und Vegan werden in diesem Jahr fast 700 Neuheiten aus dem Bereich Biolebensmittel und Naturkosmetik (bei der parallel stattfindenden Messe "Vivaness") vorgestellt. Neue Trends in diesem Jahr sind unter anderem die "Superfoods" Chia, Matcha und Moringa, Lebensmittel aus Kokos und Algen, die künftig unter anderem als Bouillon, Chips oder Salat im Supermarktregal zu finden sind.

Größte Bio-Messe der Welt: die BIOFACH 2017 in Nürnberg. Deutschland will im Markt der Biolebensmittel die Produktionskapazität mittelfristig verdreifachen, sagte Bundesernährungsminister Christian Schmidt. Foto: obx-news/NürnbergMesse

Foto: obx-news/NürnbergMesse


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